1773 ist Friedrich Schiller gerade 13 Jahre alt, als der Herzog seinen Vater auffordert, den Jungen in die Obhut seiner Schule zu geben.
Gegründet von Herzog Carl Eugen in 1770 als Militärwaisenhaus wird daraus schon bald die Pflanzschule.
"Sklavenplantage" nennt der systemkritische Dichter Daniel Schubart die Akademie, die Nachwuchs an Beamten und Offizieren heranziehen soll.
Noch im Jahr von Schillers Eintritt wird die Militär-Pflanzschule zur Herzoglichen Militär-Akademie ernannt. Am 22. Dezember 1781 durch Kaiser Joseph II in den Rang einer Universität erhoben erhält sie den Namen "Hohe Carlschule".
Die besten Schüler des Landes erhalten hier eine kostenlose Ausbildung. Sie müssen sich dem Schulbetrieb gänzlich unterordnen und können nicht wieder austreten.
Der Herzog sieht sich als Ersatzvater. Schiller ist wie ein Leibeigener ausgeliefert. Eine individuelle Entwicklung ist kaum möglich.
Seine Kindheit findet ein abruptes Ende.
Die Schule wird im Geist einer Kadettenanstalt geführt.
Die Verwaltung obliegt Militärs.
Das Aufsichtspersonal besteht aus Offizieren und Unteroffizieren.
Lernen und Leben ist bis ins Detail geregelt. Der Tag beginnt wie in einer Kaserne. 5 Uhr Wecken, 21 Uhr Bettruhe. Totale Kontrolle. Ausgänge nur in Begleitung von Aufsehern.
Keine Ferien, kaum Besuch.
Die Schüler tragen Uniform.
Strafen werden vom Herzog persönlich verhängt. Bei Schiller finden sich mehrfach Strafvermerke wegen Bettnässen.
Unterrichtet werden alle elementaren Fächer, an Sprachen Latein, Griechisch und Französisch. Schiller wählt ohne Begeisterung mangels besserer Alternative die Jurisprudenz als Schwerpunktfach.
Juristische Studien betreibt er hingegen kaum. Er interessiert sich vor allem für die Literatur. Er dichtet, wie auch einige seiner Schicksalsgenossen. Schreiben ist für die Schüler ein Aufbegehren gegen die Ordnung. Denn Literatur gilt nicht viel in der Karlschule. Insbesondere im letzten Akademiejahr beschäftigt Schiller sich mit den "Räubern". "Unter Stampfen, Schnauben und Brausen" so einer seiner Kommilitonen, brachte Schiller seine Eindrücke nachts im Schlafsaal aufs Papier.
1775 übernimmt Jakob Friedrich Abel den Philosophieunterricht. Er lehrt die neuesten Theorien und nutzt Literatur, um sie zu illustrieren. Für Schiller fängt ein neues intellektuelles Leben an.
Nach zwei Jahren Jurisprudenz sattelt er um auf das neu hinzugekommene Studienfach Medizin, eine Wissenschaft, die sich mehr dem Menschen zuwendet. Schiller sieht hier eine größere Nähe zur Poesie. Mit diesem Wechsel wird aus dem faulen ein fleißiger Schüler.
Nach fast acht Jahren, am 15. Dezember 1780 darf er die zwischenzeitlich zur Universität erhobene Schule als Doktor der Medizin verlassen. Er hat eine Schulzeit hinter sich, die er später als "Folter" bezeichnet.
Den Schaden, den dieser unselige Anfang des Lebens in mir angerichtet hat, fühle ich noch heute" schreibt er an Caroline von Beulwitz.
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|DIE LEIDEN DES JUNGEN S.
|RÄUBER, REBELLEN, REVOLUTZER
|WEIN, WEIB, GESANG
|THEATER, NICHTS ALS THEATER
|ERSTE LIEBE
|NUR BARES IST WARES
|ANTRITTSVORLESUNG IN JENA
|RUINIERTE GESUNDHEIT
|GOETHE - VOM RIVALEN ZUM FREUND
|SPRÜCHE VON SCHILLER
|GEDICHTE
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