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Gothaische gelehrte Zeitungen
Drey und vierzigstes Stück;
den neun und zwanzigsten May, 1784.
Bey Carl Wilhelm Ettinger.

Man[n]heim.
Kabale und Liebe, ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen, von Friedr. Schiller. In der Schwanischen Buchhandlung, 1784.8. 167 Seiten. (10 gl.). Dieses ist das dritte Trauerspiel, womit Hr. Schiller, der sich jetzt als Theaterdichter bey der Mannheimer Schauspielgesellschaft aufhält, die deutsche Bühne bereichert. Aus seinen zwey ersten Stücken, die Räuber und die Verschwörung des Fiesko zu Genua, kennt man bereits seine Manier, kennt ihn als Maler schrecklicher Scenen, und Schöpfer Sheakespearscher Gedanken, und so findet man ihn auch hier. Zwar möchte vielleicht die Prädilection einiger Leser für seine vorigen Stücke (es geht mit den Schriften öfters, wie mit der Liebe gegen Freunde und Mädchen, wo die erste ebenfalls die stärkste zu seyn pflegt,) dieses jenen etwas nachsetzen. Aber es hat würklich herrliche Scenen, und die Charaktere sind vortrefflich durchgeführt. Sollte der Präsident und der Hofmarschall, jener zu abscheulich, und letzterer für ein Trauerspiel zu komisch scheinen, so erwäge man, daß die Charaktere auf der Schaubühne etwas übertrieben seyn müssen, und daß man, wie Leßing einmal sagte, auch im Trauerspiel lachen dürfe. Glücklicher Weise werden durch unsre neuen Original-Trauerspiele die sogenannten hohen Tragödien, worin die Helden auf Stelzen gehen, und in Sentenzen sprechen, bald ganz von unsren Bühnen verdrängt werden. Von einem der berühmtesten davon, (Voltärs Mahomed,) sagte Leßing, es gleiche einer umgekehrten Tapete.
Gothaische gelehrte Zeitungen.
Gotha 29.5.1784. S. 361-363.


Die beiden Rezensionen von Karl Philipp Moritz (1757-1793):
Königl. privilegierte Berlinische
Staats- und gelehrte Zeitung.

87stes Stück. Dienstags, den 20. Julius 1784.

Kabale und Liebe, ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen, von Friedrich Schiller. In Wahrheit wieder einmal ein Produkt, was unsern Zeiten - Schande macht! Mit welcher Stirn kann ein Mensch doch solchen Unsinn schreiben und drucken lassen, und wie muß es in dessen Kopf und Herz aussehen, der solche Geburten seines Geistes mit Wohlgefallen betrachten kann! - Doch wir wollen nicht deklamieren. Wer 167 Seiten vol eckelhafter Wiederholungen gotteslästerlicher Ausrücke, wo ein Geck um ein dummes affektirtes Mädchen mit der Vorsicht rechtet, und voll krassen pöbelhaften Witzes, oder unverständlichen Galimathias, durchlesen kann und mag - der prüfe selbst. So schreiben heißt Geschmack und gar gesunde Kritik mit Füßen treten; und darinn hat denn der Verfasser diesmal sich selbst übertroffen. Aus einigen Scenen hätte was werden können, aber alles was dieser Verfasser angreift, wird unter seinen Händen zu Schaum und Blase. - Kostet in der Voßischen Buchhandlung allhier 10 Gr. Staats- und gelehrte Zeitung. Berlin 20.7.1784. S. 690.

Königl. privilegierte Berlinische
Staats- und gelehrte Zeitung.

107tes Stück. Sonnabends, den 4. September 1784.

Noch etwas über das Schiller'sche Trauerspiel: Kabale und Liebe.
Da ich höre, daß man hin und wieder mit meinem Urtheil über Kabale und Liebe unzufrieden ist, so glaube ich dem Publikum die Achtung schuldig zu seyn, von dem, was ich behauptet habe, den Beweis zu geben, welcher mir denn freylich eben nicht schwer fallen wird. Der Inhalt des Stücks ist kurz dieser: ein Präsident will seinen Sohn an die Mätresse seines Fürsten verkuppeln, um dadurch seinen Einfluß bey Hofe zu erhalten, das ist die Kabale. Der Sohn des Präsidenten hat sich in eine Geigerstochter vergafft, das ist die Liebe. Zuletzt vergiftet er sich zugleich mit dieser Geigerstochter, das ist dann die vollständige Tragödige. Der Präsident ist ein Ungeheuer, von dem die Menschheit zurück bebt; dem sein eigener Sohn ins Angesicht sagen muß: er müsse den Vater wie den Kuppler verfluchen - es sey ein leichtfertiges Schelmenstück von ihm, daß er ihm das Leben gegeben, wenn er ihm seine Ehre rauben wolle - es sey besser, gar nicht gebohren zu seyn, als den Missethaten eines solchen Vaters zur Ausrede zu dienen - er entsage dem Erbe, das ihn an einen abscheulichen Vater erinnere. - Auf diese und ähnliche Reden seines Sohnes antwortet der Vater: »höre junger Mensch, bringe mich nicht auf!« oder:»in aller Welt, wo bringst du das Maul her, Junge?« u.s.w - ein gar artiger Dialog zwischen Vater und Sohn! - F reylich mußte der Sohn so reden, wenn der Vater so handelt. Aber was sollen dergleichen Ungeheuer, wie z.B. der abscheuliche Franz Moor in den Räubern, und dieser Präsident auf dem Schauplatz? da man überhaupt gar nicht erfährt, wie diese Menschen so geworden sind. Wozu nützt es denn, die Einbildungskraft mit solchen Bildern anzufüllen, wodurch wahrlich weder der Verstand noch das Herz gebessert wird? Doch gehen wir weiter. Der Geiger ist der Mahler im Hausvater, aber in der Schiller'schen Manier dargestellt, der ihn im Zorn seiner Frau vor den Hintern stoßen, und ihn im Affekt, da sie sagt: »der Herzog verlange ihn vielleicht in's Orchestor«, antworten läßt:»Orchestor! - ja, wo du Kupplerin den Diskant wirst heulen, und mein blauer Hinterer den Kontrebaß vorstellen wird - Gott im Himmel!« Es ist ekelhaft, in solchem Schiller'schen Wust zu wühlen, aber man muß sich nun einmal schon durcharbeiten. - Die Frau des Geigers ist ein äußerst niederträchtiges, pöbelhaftes Weib, die ihrem Mann zu Gemüthe führt, »wie manchen schönen Groschen ihr die Präsenter« des Liebhabers ihrer Tochter schon verschafft! - und der Geiger ist durchaus ein pöbelhafter ungezogener Kerl, der beym Anblick einer Summe Goldes, das ihm von dem Liebhaber seiner Tochter angeboten wird, ausruft: »ins Henkers Namen - um Gottes Christi willen - Gold!« - und als er es empfängt: »nun will ich Numero fünf Dreykönig rauchen, und wenn ich wieder auf dem drey Batzen Platze sitze, soll mich der Teufel hohlen«, und zu seiner Frau sagt er: »du blaues Donnermaul!« und indem er zu ihr von seiner Tochter spricht: »gieb Du Acht, wenn Du aus jedem Aug' ein Astloch stecktest, und vor jedem Blutstropfen Schildwache ständest, er wird sie Dir auf der Nase beschwatzen, dem Mädel eines hinsetzen, und führt sich ab, und das Mädel ist verschimpfiert auf ihr Lebenlang, bleibt sitzen, oder hats Handwerk verschmeckt, treibt's fort - Jesus Christus!« So geht's denn alle Augenblick, wenn unmittelbar vorher vom Hintern und Huren und dergleichen saubern Sachen die Rede ist: Gott im Himmel! Jesus Christus! Gott erbarme dich! u.s.w. und denn spricht dieser Mensch auf einmal wieder, als ob er aus den Romanen, die seine Tochter liest, zuweilen einen ganzen Perioden aufgeschnappt hätte - so sagt er z.B. zu seiner Tochter, die ihm eine Stelle aus einem Roman vorgebetet hat: »Theures – herrliches Kind – nimm meinen alten mürben Kopf – nimm alles - alles - u.s.w.« Doch, ich hätte viel zu thun, wenn ich alle die Widersprüche und den Unsinn in den Schillerschen Charakteren herausheben wollte, er schwimmt schon auf der Oberfläche, ich darf ja nur abschöpfen. - Louise, die Heldin des Stücks, ist die Tochter dieses saubren Paares, von denen sie freilich eine gar feine Erziehung muß genossen haben, und die denn ihr Liebhaber durch Lektüre gebildet hat. Die Reden und das Benehmen dieser Tochter machen denn einen sonderbaren Kontrast mit den Reden und Betragen ihrer Eltern. Diese Eltern müssen freylich erstaunen, wenn sie auf einmal sagt:»Der Himmel und Ferdinand reißen an meiner blutenden Seele!« und bald nachher, »verzeih er mir, mein Vater - ich will ja nur an ihn denken - dies bischen Leben - dürft' ich es hinhauchen in ein leises, schmeichelndes Lüftchen, sein Gesicht abzukühlen! - dies Blümchen Jugend - wäre es ein Veilchen, und er trete darauf, und es durfte bescheiden unter ihm sterben.« Ist das Sprache der Natur? ist es nicht, als ob sie das alles aus einem Romane herbetete? Und in dem Tone geht es nun so fort, und um eine solche affektirte Zierpuppe will ihr Liebhaber rasend werden. - »Er wird nicht wissen«, sagt sie zu ihrem Vater, »daß Ferdinand mein ist, mir geschaffen, mir zur Freude vom Vater der Liebenden - als ich ihn das erstemal sah, froher jagten alle Pulse, jede Wallung sprach, jeder Athem lispelte: er ist's!« u.s.w. Wie rednerisch! Ist das Sprache des Herzens und der Natur? - Die lerne Herr Schiller erst von elenden zusammengestoppelten Phrasen und auswendig gelernter Büchersprache unterscheiden, und dann schreibe er Trauerspiele! - Und gegen dies Mädchen, das sich ihr Liebhaber Ferdinand selbst so zugestutzt hat, wird derselbe nun für Liebe toll: denn toll muß er seyn, sonst könnte er nicht zu ihr sagen: »Laß Hindernisse, wie Gebirge zwischen uns treten, ich will sie für Treppen nehmen, und darüber hin in Louisens Arme fliegen.« Welche Raserey! Seit wann fliegt man denn über die Treppen? und wenn er doch einmal fliegen wollte, so dürfte er ja nur gleich über die Berge fliegen. - Herr Schiller will freylich auch fliegen, das merkt man an allem wohl, aber es geht ihm, wie jenem großen Vogel in Lessings Fabel, welcher laut ausrief: Schaut her, ich will fliegen, ja fliegen will ich! und dann mit ausgebreiteten Flügeln immer an der Erde hinschoß, die sein Fuß berührte. - Der Ferdinand ist nun vollens ein unausstehlicher Mensch, der immer das Maul erschrocken voll nimmt, und doch am Ende nur, wie ein Geck handelt. - Herr Schiller denkt wohl, es sey erhaben, und stark gesprochen, und erschüttre Mark und Bein, wenn er seinen Ferdinand zu Louisen sagen läßt: »ich will frey wie ein Mann wählen, daß diese Insektenseelen am Riesenwerk meiner Liebe hinaufschwindeln! Der Augenblick, der diese zwo Hände trennt, zerreißt den Faden zwischen mir und der Schöpfung! - Deine Fußtapfe in wilden sandigten Wüsten ist mir interessanter, als das Münster in meiner Heimath;« und zum Hofmarschall: »Wie er da steht dem sechsten Schöpfungstage zum Schimpf, als ob ihn ein Tübinger Buchhändler dem Allmächtigen nachgedruckt hätte. - Schade für die Unze Gehirn, die so schlecht in diesem Schädel wuchert - einen Pavian hätte sie vollends zum Menschen geholfen, da sie jetzt nur einen Bruch von Vernunft macht!« - worauf denn der Hofmarschall sagt: »Gott Lob, er wird witzig!« - und nachher, da Ferdinand Louisen untreu glaubt: ach! du wußtest nicht, dass du mir alles warst – alles! es ist ein armes verächtliches Wort, aber die Ewigkeit hat Mühe es zu umwandern; Weltsysteme vollenden ihre Bahnen darin.« Und da er sich vorgenommen hat, sie zu ermorden, »wenn ihr Vater nun da steht, und sein erstarrter Blick die entvölkerte Unendlichkeit fruchtlos durchwandert – ich will dich nicht zur Ruhe stellen, Gott, Schöpfer! – aber warum dein Gift in so schönen Gefäßen, - Alles so schön (an ihr) – bey Gott! Als wäre die Welt nur entstanden, den Schöpfer für dieses Meisterstück in Laune zu setzen! und nur in der Seele sollte sich Gott vergriffen haben« und was Louise darauf für eine Armseligkeit sagt: »des frevelhaften Eigensinns! eh er sich eine Uebereilung gestände, greift er lieber den Himmel an« - und nachher Ferdinand wieder: am Tage unsers ersten Kusses u.s.w. hüpften goldene Jahrtausende, wie Bräute, vor unserer Seele vorbey u.s.w. – Wenn nun Herr Schiller glaubt, dass dies starke Sprache sey, und Mark und Bein erschüttere, so irrt er sich gar gewaltig, es ist fader Unsinn, der ein miltleidiges Achselzucken über dergleichen Ausdrücke verursacht, die bey dem Verfasser einen Bruch von Vernunft befürchten lassen. – Sobald der Ferdinand anfängt, vernünftiger zu reden, schmückt sich auch der Verfasser mit fremden Federn, und schreibt die ganze letzte schaudervolle Scene zwischen dem Othello und der Desdemona aus dem Shakespere aus, aber freylich auch in der Schiller’schen Manier: »sie soll daran!« drückt sich z.B. Ferdinand auf gut henkermäßig aus. Das übrige alles, mit der Lüge, womit sie nicht aus der Welt fahren soll, und dass er noch für ihre Seele Sorge trägt u.s.w. ist fast wörtlich aus dem Shakespear, der sich sein ganzes Stück hindurch so viel Mühe giebt, es wahrscheinlicher zu machen, dass Othello seine geliebt Desdemona aus Eifersucht ermordet, und diesen Stoff daher auch reich genug findet, um ein ganzes Stück davon zu schreiben. – Dergleichen ist aber bei den höheren Talenten des Hrn. Schiller nur Kleinigkeit, der das alles durch ein paar Scenen zu bewirken weiß: denn erst gegen das Ende des Stücks fängt sich Ferdinands Eifersucht aus einer höchst unwahrscheinlichen Ursach an, u. schließt sich gleich mit der Vergiftung, wobey er denn so einfältig ist, sich selbst mit zu vergiften, da er doch seine theure Louise mit völliger Ueberzeugung für weiter nichts als eine Metze hält. Bey der Entdeckung ihrer Unschuld hätt’ er es thun sollen, aber freylich muß Hr. Schiller dergleichen Sachen wohl besser verstehen, als Shakespear! – Zu Anfang des fünften Akts erzählt Louise ihrem Vater, dass sie sich um’s Leben bringen, und wie sie’s machen will - wem das ein Ernst ist, der pflegt eben nicht vorher so viel davon zu sprechen. – Was muß die Lady Milford von der Louise denken, wenn diese zu ihr sagt: »warum mahnen sie mich aufs neue an mein Glück? wenn selbst die Gottheit dem Blick der Erschaffenen ihre Strahlen verbirgt, daß nicht ihr oberster Seraph vor seiner Verfinsterung zurück schaure u.s.w., welcher Galimathias! und nachher: gönnen Sie mir eine Blindheit, die mich allein mit meinem Loos versöhnt – fühlt sich doch das Insekt in einem Tropfen Wassers so selig, als wär’ es ein Himmelreich, so froh und so selig, bis man ihm Weltmeer erzählt, worin Flotten und Wallfische spielen!« - Hr. Schiller muß wohl ganz eigne Insekten kennen, denen sich so etwas erzählen lässt.- Aber die Lady Milford selbst spricht in einem viel zu preciösen Tone für eine Mätresse, und deklamirt viel zu viel von Tugend, sonst wären die Scenen, worin sie hervorsticht, diejenigen, woraus gewiß etwas hätte werden können, wenn nicht alles, was Hr. Schiller anrührt, unter seinen Händen zu Schaum und Blase würde. – Der Hofmarschall eines deutschen Fürsten ist ebenfalls ein Charakter, der freylich noch zu wenig von unsren dramatischen Dichtern gebraucht, aber hier viel zu kras gezeichnet ist, indem man nicht den Hofmarschall, sondern bloß den Verfasser, der sich über ihn lustig macht, zu hören glaubt. – Die Geschichte der Milford hätte allein Stoff genug zu einem sehr interessanten Drama hergegeben, aber freylich ist es leichter, viele sonderbare fürchterliche Geschichten zusammen zu häufen, als eine einzige mühsam zu erarbeiten. – Eine vortrefliche Moral äußert der Held des Stücks, da er zu Louisen sagt, indem er mit ihr entfliehen will: »ich werde Geld auf meinen Vater heben! – es ist erlaubt einen Räuber zu plündern, sind seine Schätze nicht Blutgeld des Vaterlandes?« So ungefähr denkt auch Carl Moor in den Räubern – und doch scheinen dies die Lieblingscharaktere des Verfassers zu seyn , die er gewiß mit Wohlgefallen betrachten muß, sonst würde er sie ja nicht erschaffen haben. – Ob nun solch Geschöpf aber seinem Kopf und Herzen Ehre machen, das mag ihm sein eigenes Gewissen sagen! – Ferdinand sagt auch einmal zu seinem Vater, da ihm dieser seine Louise entreißen will: »Vater, Sie machen ein beißendes Pasquill auf die Gottheit, die sich so übel auf ihre Leute verstand, und aus vollkommnen Henkersknechten schlechte Minister macht!« - wie kraß! – Das Rechten mit der Gottheit, das im Moment des höchsten Schmerzeswirklich etwas fürchterliches erhabenes und pathetisches hat, wird unsinnig und abgeschmackt, wenn es so oft wiederholt wird, wie in diesem Stücke, wo es eine elende Zuflucht des Verfassers ist, der wenigsten durch das Grässliche unser Gefühl betäuben will, da es ihm an der Kunst, das Herz zu rühren, gänzlich fehlt – so läßt er nun seinen Held bei jeder verliebten Grille, die er sich in den Kopf setzt, ausrufen: -- Doch ich bin endlich einmal müde, mehr Unsinn abzuschreiben. Bloß der Unwille darüber, dass ein Mensch das Publikum durch falschen Schimmer blendet, ihm Staub in die Augen streuet, und auf solche Weise den Beyfall zu erschleichen sucht, den sich ein Lessing und andre mit allen ihren Talenten, und dem eifrigsten Kunstfleiß kaum zu erwerben vermochte, konnte zu dieser ekelhaften Beschäftigung anspornen. – Nun sey es aber genung; ich wasche meine Hände von diesem Schillerschen Schmutze, und werde mich wohl hüten, mich je wieder damit zu befassen.
Staats- und gelehrte Zeitung. Berlin 4.9.1784. S. 831-833.

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